Antrag auf Genehmigung von Instrumentenflugbetrieb am Landeplatz Strausberg

Im Strausberger Amtsblatt 04-2016 wurde auf der letzten Seite bekanntgegeben, dass der Flugplatz Strausberg abermals erweitert werden soll. Noch bevor die bereits genehmigte Verlängerung der Start- und Landebahn gebaut wird, soll nun ein Instrumentenflugsystem installiert werden. Verbunden mit einer Verbreiterung der Rollwege und einer Erhöhung der Tonnage auf nunmehr 14t und weitere Neuerungen.

Flugplatz Strausberg, der kleine Bruder des BER?

Da der BER zu klein geraten ist, hofft der Strausberger Flugplatz mehr Flugverkehr von Berlin nach Strausberg verlagern zu können. Grundsätzlich stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Vorhabens bei einem von drei Seiten von Wohnbebauung umgebenen Flugplatz.  Da dem in der Nähe liegende Landeplatz Schönhagen bereits ein Instrumentenflugsystem genehmigt wurde, will der  Flugplatz Strausberg nun aus Wettbewerbsgründen nachziehen. Eine Nutzung des Instrumentenflugsystems für die Ausbildung von Berufspiloten wurde im Strausberger Antrag gleich mal mit eingeschlossen. Dem Schönhagener Landeplatz wurde diese Nutzung verwehrt.

Die Flugrouten stehen noch nicht fest, alles befindet sich noch in Planung.
Ähnlichkeiten zum BER? Reiner Zufall!

Dieser Lärm macht keinen Halt vor Stadtgrenzen!
Fest steht, dass nach dem Ausbau große Gebiete durch die Strausberger Flieger verlärmt werden, die bisher von diesem Fluglärm verschont blieben. Irgendwo zwischen Hoppegarten, Neuenhagen, Fredersdorf-Vogelsdorf und Eggersdorf sollen sie dann verkehren. Unterhalb der Flugzeuge des BER. Diese Doppelbelastung der Bevölkerung wird billigend in Kauf genommen. Offensichtlich macht sich niemand in der Strausberger Rathausspitze wirklich Gedanken darüber, was den Bürgern der Stadt und den umliegenden Gemeinden mit dem nun geplanten Flugbetrieb am hochgradig defizitären Flugplatz Strausberg zugemutet wird.

Ein Maximalausbau, das in Brandenburg zurzeit machbare soll es werden.
Finanziert aus öffentlichen Mitteln.

Bezahlt werden soll dieser Luxusausbau von den Bürgern Strausbergs. Der Finanzierungsplan ist einfach und er funktioniert seit der Übernahme des Flugplatzes in kommunales Eigentum. Die Stadt verzichtet auf die Gewinne der Stadtwerke Strausberg. Statt diese in die Stadtkasse fließen zu lassen, wird das Geld im städtischen Firmenverbund „nach Gutsherrenart“ verteilt. Auf diesen Weg bekommt der Flugplatz von Kuchen jedes Jahr ein dickes Stück ab! Jährlich verschwindet so eine viertel Million Euro wortwörtlich im märkischen Sand. Mit dieser Betriebskostenbeihilfe deckt der Flugplatz seine eigenen Ausgaben. Und da er somit frei von den Gesetzen der Marktwirtschaft seine Entgelte nicht kalkulieren muss, sind diese richtig schön niedrig. Ein Ende dieser Finanzhilfe ist nicht geplant. Warum auch? Mit kleinen Preisen lässt sich viel Flugverkehr anlocken und mit der großen Anzahl von Flugbewegungen geht Strausberg auch noch prahlen! Andere Landeplätze in der Nähe (z.B. Neuhardenberg) kosten den Steuerzahler keinen Cent, sie werfen sogar noch Gewinne und damit Steuereinnahmen für die Gemeinde ab! In Strausberg ticken die Uhren eben anders!

450.000 Euro Ausbaukosten für ein Projekt ohne jede Rentablitätsaussicht!

Bei anderen Anlässen schauen die Stadtverordneten auf jeden Cent. Über Flugplatzkosten wird nicht einmal gesprochen!  In diesem Jahr bekommt der Flugplatz mal wieder etwas mehr von der öffentlichen Hand. Ganze 450.000 Euro werden in den Ausbauplänen genannt. Verständlich, so ein Instrumentenlandesystem kostet je schließlich auch eine Menge Geld. Verschenktes Geld! Nicht etwa geliehen, wie es der BER in Schönefeld bekommt! Denn zum Zurückzahlen fehlen dem Flugplatz auch nach dem Ausbau aufgrund der hohen Betriebskosten und der Landeplatzdichte im Berlin nahen Raum schlicht die Einnahmen. Und eine kräftige Betriebskostensteigerung ist duch den Einsatz der neuen Technik schließlich auch noch zu erwarten.
So sucht man auch eine Kosten – Leistungsrechnung in der Antragstellung, wie sie bei öffentlichen Ausgaben ansonsten üblich ist vergebens.
Unter anderen muss auch ein Feuerwehrhaus im Zusammenhang mit dem Ausbau auf dem Flugplatz errichtet werden, ausgestattet mit einem Feuerwehrfahrzeug und diversen Gerätschaften. Dann werden hunderte Meter Rollwege verbreitert und viel Geld für zusätzliche Sicherheit und Gerätschaften ausgegeben. Das ist alles eben mal nicht billig und hätte im Normalfall erst einmal in allen städtischen Gremien seine Zustimmung finden müssen. Durch den „Trick mit dem kommunalen Firmenverbund“ ist dem Flugplatz  sein Geld sicher, egal was er kostet und welche negativen Auswirkungen der Flugbetrieb auf andere hat.
Die Fliegerei ist keine kommunale Pflichtaufgabe, sondern ganz freiwillig! Doch dafür gibt Strausberg offensichtlich sein letztes Hemd und hält sich Ohren, Mund und Augen zu!

Wer da glaubt, nur am BER wird viel öffentliches Geld für die Luftfahrt verprasst, dem sei gesagt, gemessen an seiner Wirtschaftskraft legt Strausberg da noch ein eine Schippe drauf!

Mehr als vorher wird es den Fluglärm geben. Häufiger und noch lauter werden die Flugbewegungen sein. Wer den Lärm, den Turboprop und Turbinenantriebe verbreiten noch nicht kennt, wird ihn nach erfolgtem Ausbau kennen lernen! Nicht einmal Schneetreiben oder Nebel wird zukünftig für eine gewisse Ruhezeit sorgen können.

Ähnlich wie am BER werden auch am VLP Strausberg die genauen Flugrouten zunächst erst einmal keine Rolle spielen.

Jettriebwerke über dem Umland? Ja, im Tiefflug, nicht über 3000 Fuß (914 m), eher noch weit darunter, denn darüber muss noch ein Sicherheitsabstand für die am BER verkehrenden Maschinen bleiben. Dieser Querverkehr führt auch dazu, dass die Abflüge in Richtung südwesten, schnellstmöglich nach Norden (über das Stadtgebiet) abdrehen müssen, um genügend Abstand zum darüberliegenden BER Verkehr zu halten. Werden diese Pläne umgesetzt, dröhnen zukünftig Strahlflugzeuge in sehr geringer Höhe quer über das Stadtgebiet.

Von Ruhe und Erholung wird hier niemand mehr sprechen können!
Der Anflug auf den Flugplatz wird schon weit vor Fredersdorf/Vogelsdorf beginnen. Alle Gebiete in gerader Linie zur Landbahn werden von den anfliegenden Maschinen verlärmt werden. Da dann schon Landeklappen und das Fahrwerk ausgefahren sind, wird entsprechend viel Lärm verbreitet, da diese das Flugzeug bremsen, kann der Antrieb im Anflug kaum gedrosselt werden.
Weil die Freizeit- und Hobbyflieger zukünftig den Instrumentenflug an den Werktagen stören, sieht die Planug vor, das diese vorrangig am Wochenende in die Luft gehen. Damit steht die bisherige Regelung die Ruhezeiten an den Wochenenden und Feiertagen ab 13:00 Uhr vorgesah vor dem aus. Zukünftig werden viel mehr Menschen von viel stärkeren Fluglärm ausgehend vom VLP Strausberg betroffen sein als vorher.

Schöne neue Welt, für alle die gern und oft vom Flugplatz Strausberg fliegen! Aber was haben die Bürger unserer Stadt davon?

Wer glaubt nicht zu den Nutznießern des Ausbaus zu gehören und wer für sich und seiner Familie etwas mehr Ruhe und etwas weniger Luftschadstoffe einfordern möchte dem sei gesagt, dass die Einspruchsfrist gegen den weiteren Ausbau des Flugplatzes Strausberg am 01.08.2016 endet.

Jeder der die Gewinne der Stadtwerke lieber für den Vereinssport, für Kitas und Schulen oder in Fahradwege anstatt in Flugzeugrollwege und Flugplatzausstattungen eingesetzt sehen möchte, der sollte im Bürgerbüro der Stadt Strausberg oder bei der Oberen Luftfahrtbehörde seine Einwendungen gegen diese Pläne erheben. Nur wenn sich viele betroffene Bürger mit guten Argumenten gegen den geplanten weiteren Ausbau des Flugplatzes aussprechen, kann die weitere Zunahme des Flugverkehrs über unseren Köpfen zumindest abgemildert werden.

Jeder, dessen Belange von der Erteilung der Genehmigung berührt werden, sollte sich gegenüber der Stadt Strausberg oder der Oberen Luftfahrtbehörde entsprechend artikulieren.

Bevor es dafür zu spät ist!

Auslegungsfristen:
Stadt Strausberg:            bis zum 18.07.2016

Amt Märkische Schweiz: bis zum 05.08.2016

Einwendungen gegen den weiteren Ausbau des VLP Strausberg sind bis zu 2 Wochen nach dem Ablauf der Auslegungsfristen möglich.

 

 

Der Vorstand

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