Chance zur Fluglärmreduzierung wurde leichtfertig vergeben !

Nach nunmehr fast 3 Jahren ständiger Bemühungen und Druck des Bürgervereins um angemessene Erhöhung der Landeentgelte im Interesse der Reduzierung des Fluglärms und permanenter Verhinderungspolitik der Flugplatzbetreiberin hat die Crew von Platzhirsch Gagel mit der neuen Entgeltordnung leider nur ansatzweise fluglärmreduzierende Zeichen gesetzt.

Wo an anderer Stelle (Strom, Gas, Straßenbahnfahrkarten) kontinuierlich in den letzten Jahren die Strausberger Einwohner mit höheren Beiträgen unter dem Vorwand wirtschaftlicher Erfordernisse zur Kasse gebeten wurden und in Kürze erneut werden, konnten die ansässigen Flugschulen, Flugzeugeigentümer und Flugzeugnutzer trotz tiefroter wirtschaftlicher Schieflage des Flugplatzes jahrelang auf geringe Gebühren vertrauen.

Die prozentual steigenden Erhöhungen der Landeentgelte, nach Lärmschutzklassen gestaffelt, werden durch den Verein grundsätzlich begrüßt.

Gleichwohl ist der immer noch bestehende Entgeltunterschied zwischen Normal- und Schulungsflügen in Höhe von 30 % aus Sicht des Lärmschutzes nicht nachvollziehbar, da gerade die Schulungsflüge / Flugplatzrunden von den Anwohnern als besonders störend empfunden werden. Bei genauerer Prüfung der neuen Entgeltordnung fällt darüber hinaus auf, dass häufig am Flugplatz Strausberg verkehrenden Fluggeräte unter 750 kg MTOW durch die Erhöhung verhältnismäßig gering belastet werden.

Eine Staffelung der Landeentgelte unter Berücksichtigung besonders sensibler Tageszeiten, so wie vom Bürgerverein gefordert, wurde nicht vorgenommen.

Fazit:

Die neue Entgeltordnung trägt nicht dazu bei, den Fluglärm insbesondere an Wochenenden und in den gemäß Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung anerkannten Ruhezeiten von 13:00 Uhr – 15:00 Uhr nachhaltig einzudämmen.

Die neue Entgeltordnung bleibt insbesondere auch bei Flugzeugen ohne Lärmschutz weit hinter dem Bundesrepublikanischen Durchschnitt zurück.

Durch die Verflechtung von Strausberger Eisenbahn GmbH, Flugplatz Strausberg GmbH und Stadtwerke Strausberg GmbH wird es auch in Zukunft möglich sein, das Verlustgeschäft des Flugplatzes Strausberg mit größtenteils ungewollter Unterstützung der Strausberger Bürger (z.B. durch Strom- und Gaspreiserhöhungen) zu finanzieren und erfolgreich zu verschleiern.

Wir fordern die Strausberger Stadtverordneten und die Bürgermeisterin erneut dazu auf, die durchaus vorhandenen Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Flugplatzbetreiberin zeitnah und konsequent dafür zu nutzen, den Fluglärm in allgemein anerkannten Ruhezeiten zu reduzieren.

 

Der Vorstand

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