Der weitere Ausbau des VLP Strausberg wurde von der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg genehmigt.

Veröffentlich wurde diese Entscheidung u.a. in der Neuen Strausberger Zeitung vom 29. August 2018, in der MOZ vom 25/26 August und auf den Internetseiten des Landesamtes für Bauen und Verkehr.

Soweit wir in einer ersten Analyse den Unterlagen entnehmen können, wurden die rund 200 Einwendungen durch Bürger des Umlandes, gegen den weiteren Ausbau ausnahmslos zurückgewiesen. Alle Probleme, die in den Einwendungen der Bürger zum Ausdruck gebracht wurden, wie Beispielsweise: Anträge auf Ausbau in Salamitaktik, viel zu nah angrenzende Wohnbebauung, geschönte Darstellungen im Antrag, fehlerhafte Bedarfsbegründung, generelle ungenügende Standorteignung, fehlende Bedarfsberechnung, geschönte Anzahl von Gewerbeansiedlungen, fehlende Rentabilität, Diskrepanz mit der Luftverkehrskonzeption des Landes Brandenburg, veraltete Verkehrsprognosen und Trendanalysen, widersprüchliches Bedarfsbild, fehlende Angaben über Nutzung durch Flugschulen, weiter steigende dauerhafte kommunale Betriebsbeihilfen, bis hin zu Spekulation mit Steuermitteln, Unvereinbarkeit mit geltenden Haushaltsgesetzen und natürlich die befürchtete Zunahme von Beeinträchtigungen durch Fluglärm wurden in der Entscheidung durch die OLB zurückgewiesen.

Eine vom Landesamt für Umwelt angeregte Obergrenze für Flugbewegungen wurde ebenso abgelehnt, wie auch ein Verbot nächtlicher Flüge, um unzulässige fluglärmbedingte Aufwachreaktionen sicher auszuschließen.

Das Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände lehnte in seiner Stellungnahme den geplanten Ausbau ab und stellt u.a. fest: „die fehlerhafte Verkehrsprognose zwangsläufig zu einem unrealistischen Ergebnis des schalltechnischen Gutachtens führt; die berechneten Werte daher zu niedrig ausfallen; die tatsächlichen Belastungen für die umliegende Bevölkerung beschönigt werden; kumulative Effekte mit anderen Lärmquellen nicht betrachtet werden“.
Die Genehmigungsbehörde geht in ihrer Entscheidung aber davon aus, dass die Antragstellerin mit den prognostizierten Flugbewegungszahlen und den hierauf gründenden Annahmen hinsichtlich der Auswirkungen auf Dritte (z. B. Lärmimmissionen) auf der „sicheren Seite“ liegt.

Das Gesundheitsamt verweist auf die Regelungen der DIN 18 005 und der „Sechsten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm)“, welche eingehalten werden sollen. Danach soll tagsüber ein Dauerschallpegel von 55 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebieten und von 50 dB(A} in reinen Wohngebieten nicht überschritten werden. Weitere Minderungsmöglichkeiten bezüglich des Fluglärms müssen geprüft werden.
Eine diesbezügliche Prüfung durch die Genehmigungsbehörde konnten wir der vorliegenden Genehmigung nicht entnehmen.

Die Aufnahme von Instrumentenflug am VLP Strausberg wurde an die Schließung des Flughafens Tegel geknüpft.

 

Ach ja, und bezahlt werden muss der Ausbau und die dadurch weiter steigenden Betriebskosten des Flugplatzes dann ja auch noch. Das werden wieder die Bürger als Kunden und die Mieter des Strausberger Stadtkonzerns übernehmen.
Für die Genehmigungsbehörde sind jedoch finanzielle Fehlentwicklungen und/oder die drohende Verschwendung öffentlicher Gelder nicht ersichtlich.

Alles also nur eine Frage des Blickwinkels?

Vielleicht gibt es jedoch die eine oder andere Fraktion in der SVV, die sich mal kritisch mit der geplanten weiteren Verkehrszunahme am Flugplatzes befasst und die Frage stellt: Kommt diese Entwicklung wirklich den Einwohnern unserer Stadt zu Gute, oder ist Strausberg der Luftverkehrslobby auf den Leim gegangen?
Welchen Grund gebe es sonst dafür, dass die Bürger der Stadt Strausberg, die finanzielle Last und die negativen Umwelteinflüsse des Flugverkehrs übernehmen sollen, der auf dem ganz offensichtlich zu klein geratenen Single-Flughafen BER zukünftig unerwünscht ist und möglichst von dort vertrieben werden soll?

Der Vorstand
September 2018

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