Ignoranz oder neue Ansichten?

In Strausberg soll mit dem Bebauungsplan 48/10 Baurecht für ca. 30 neue Einfamilienhäuser geschaffen werden. Gute Idee, denn die Bereitstellung bezahlbarer Grundstücke für den Einfamilienhausbau ist der richtige Weg, den seit Jahren in der Stadt grassierenden Einwohnerschwund zu stoppen. Vielleicht würden sich sogar einige junge Familien in der Stadt neu ansiedeln, damit den Altersdurchschnitt drücken und ihre Kinder unsere Schulen und Kindereinrichtungen nutzen.

Doch, wer möchte schon gern genau in der Einflugschneise eines Flugplatzes, kaum 1200 m von der Landebahn entfernt wohnen? Wer wird dort sein Geld in Wohneigentum und Grundstücke investieren? Diese werden bei einem weiteren Ausbau des Platzes schnell an Wert verlieren. Denn sollten die Pläne zur Landebahnverlängerung des Platzes umgesetzt werden, wird der Lärm noch weiter zunehmen. Flugzeuge mit 14 Tonnen Startmasse können nicht „mal eben schnell“ seitlich abdrehen um ein neues Wohngebiet zu umfliegen. Und ein Instrumentenanflugsystem beinhaltet eine schnurgerade Anflugschneise, kaum einen Steinwurf hoch, genau über die Dächer des geplanten Wohngebietes.

Schaut euch die Lage vor Ort an, möchte man den Planern und Verantwortlichen zurufen! „40000 Flugbewegungen am Platz“, so lobt sich der VLP Strausberg auf seiner Homepage. Das sind auch 40000 Lärmereignisse über den Köpfen der Bürger! Da jedoch vorrangig Hobbypiloten und Flugschulen diesen Platz nutzen, finden die meisten Flugbewegungen an Wochenenden und in der Freizeit der Piloten statt. Dieser Flugbetrieb am Platz hat sich schon heute zum Hindernis Nr. 1 für eine weitere Stadtentwicklung fest etabliert.

Sollten die Pläne für einen weiteren Ausbau des Flugplatzes umgesetzt werden, wird sich der Konflikt zwischen Fluglärm und der „grünen Stadt am See“ mit ihren Anwohnern, Touristen und Erholungssuchenden weiter verschärfen.

Der Vorstand

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