Anpassung der Landegebühren längst überfällig!

Trotz aller Zukunftsphantasien, Lobeshymnen und Durchhalteparolen weist die Bilanz des Flugplatzes Strausberg tiefrote Zahlen aus. Deshalb wird die Strausberger Flugplatz GmbH jährlich mit 1/4 Mio. Euro kommunalen Geldern unterstützt. Allein in den letzten 10 Jahren sind so 2,5 Mio. Euro als Direktunterstützung in die Flugplatz GmbH geflossen.

Eine Möglichkeit, diese Bilanz aufzubessern, bestünde darin, die Landeentgelte deutlich anzuheben.

Für die Landung eines UL-Fluggerätes werden am Strausberger Verkehrslandeplatz momentan 3,70 Euro fällig. In Schönefeld kostet nach unseren Recherchen die Landung der gleichen Maschine 26,70 Euro. Hinzu kommt dort noch eine lärmbedingte Landegebühr von 10 Euro, so dass sich eine Gesamtgebühr von 36,70 Euro ergibt. Da sich der erzeugte Lärm dieser Fluggeräte in Schönefeld nicht von dem Lärm in Strausberg unterscheidet, fragt man sich schon, warum in Strausberg nicht auch zusätzlich eine lärmbedingte Landegebühr in ähnlicher Höhe erhoben wird.

Trotz der finanziell angespannten Lage werden noch großzügig Preisnachlässe für Piloten die sich in der Ausbildung befinden gegeben. Diese bezahlen in Strausberg statt der ohnehin viel zu geringen Gebühr von 3,70 Euro, nur noch 2,60 Euro Landegebühr.  Warum sollen Flugschulen, die häufig an den Wochenenden und den Nachmittagsstunden mit ihren Platzrunden und Lokalflügen das Stadtgebiet verlärmen, also dann, wenn Strausberger Bürger ein ausgesprochen großes Ruhebedürfnis haben, in dieser Art begünstigt werden?

Die Entgelte am VLP Strausberg seit dem 01.07.2014 nicht mehr erhöht worden. Dabei fiel schon diese letzte Erhöhung mehr als nur moderat aus. An manchen Stellen stagnierten die Preise sogar, oder das Landen am Platz wurde sogar noch billiger. Während in den letzten Jahren die Preise für den Nahverkehr aber auch für Strom und Gas kräftig anstiegen, wurden die Landegebühren am hochdefizitär betriebenen Flugplatz Strausberg seit 2014 nicht mehr der allgemeinen Preisentwicklung angepasst.

Durch die Streichung aller Vergünstigungen für Ausbildungsflüge und eine spürbare Anpassung aller Gebühren nach dem Verursacherprinzip sowie Aufschläge für Wochenend- und Feiertagsfliegerei ließen sich jedoch auch die Einnahmen und der bisher vernachlässigte Umweltschutz viel eher in Einklang bringen.

Seit einiger Zeit regelt der §19b Abs.1 LuftVG die Genehmigungspflicht für Landeentgelte neu. Demnach hat die Berechnung der Entgelte nun kostenbezogen zu erfolgen. Mit dieser Regelung soll stärker als bisher, das Verursacherprinzip gelten, um die anfallenden Kosten auf seine Nutzer umzulegen. Die Möglichkeit zur Differenzierung der Entgelte zur Verfolgung öffentlicher und allgemeiner Interessen führt weiterhin dazu, dass es zukünftig problemlos genehmigungsfähig sein wird, deutlich höhere Landeentgelte, an den Wochenenden und an Feiertagen zu erheben.

Dabei sollten zusätzliche Maßnahmen zur besseren Umweltverträglichkeit die neue Gebührenordnung begleiten. Wie beispielsweise an den Flugplätzen Hildesheim und Freiburg. Weitergehende Regelungen die zu einer deutlichen Verringerung  bzw. Vermeidung von Platzrunden an Wochenenden- und Feiertagen führen, sind auch durch die Stadt Strausberg für ihren kommunalen Flugplatz umsetzbar! Die bisherige Regelung reicht hier noch nicht aus!

Wir sehen dringenden Handlungsbedarf!

 

Der Vorstand
Oktober 2019

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