Neue Landeentgelte noch nicht genehmigt

Strausberg (moz) Der Bürgerverein gegen Fluglärm hat den Betreibern des Verkehrslandeplatzes Verzögerungstaktik vorgeworfen. Insbesondere wird bemängelt, dass es noch keine neuen Landeentgelte gibt. Laut Flugplatzchef Andreas Gagel sind die noch nicht genehmigt.

Gut ein Vierteljahr nach einer Runde im Rathaus mit Vertretern des Flugplatzes und der Verwaltung sahen Vereinschef René Sklenar und seine Mitstreiter ausreichend Zeit verstrichen, um nachzuhaken, was aus Absprachen geworden ist. Insbesondere die avisierte Veränderung der Landeentgelte, die für Maschinen mit weniger Lärmschutz stärker angehoben werden sollten, lag ihm am Herzen. Die Antwort habe den Verein „erschüttert“, konstatierte Sklenar. Ende Juni war die neue Variante noch nicht bei der Luftfahrtbehörde eingereicht.

Der Verein hält das für Verzögerungstaktik. Eine von Flugplatzchef Andreas Gagel ins Spiel gebrachte „Testphase“, ob die Modifikationen erfolgreich sind oder weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten, verschiebe sich dadurch. „In den Wintermonaten lässt sich nicht realistisch feststellen, ob ein Startentgelt erforderlich wird“, so Sklenar. Zudem schloss er aus Antworten auf Fragen an die Stadtverordneten im Juni, dass „zum Thema Fluglärm und Kostentransparenz kein erhöhtes Interesse vorliegt“.

Bürgermeisterin Elke Stadeler stärkt den Flugplatz-Betreibern den Rücken. „Wenn Sachen vorbereitet werden, soll das gründlich sein. Das dauert seine Zeit“, beruhigte sie. Dazu passt eine Antwort, die Gagel inzwischen von der Luftfahrtbehörde hat. Die hat den Eingang und eine Vorprüfung des Antrags bestätigt. Allerdings wird eine ausführlichere Begründung nachgefordert. „So einfach geht es also nicht“, lautete der Kommentar des Flugplatzchefs.

Ob der Verein eine angeforderte aktuelle Liste der am Flugplatz stationierten Maschinen erhalten kann, will Gagel noch mal prüfen lassen. Aus Datenschutzgründen war zunächst abgelehnt worden, ein Verzeichnis von Flugzeugen und Haltern zu übermitteln.

Weiter nimmt der Verein die Flugplatz-Homepage aufs Korn. Dort würden Piloten nur sonntags von 13 bis 15 Uhr zur besonderen Rücksichtnahme aufgefordert, so Sklenar. Das sei„bedrückend“. Er beruft sich auf Vereinbarungen mit Ex-Bürgermeister Thierfeld, Zeiten montags bis sonnabends von 13 bis 15 Uhr und sonn- und feiertags ganztägig zu kennzeichnen. Laut MOZ-Test nennt die Internetseite derzeit „Wochenende und Feiertage … von 13 bis 15 Uhr“. Und Flugzeuge ohne erhöhten Lärmschutz dürfen laut Platzordnung täglich von 13 bis 15 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen nach 13 Uhr zumindest nicht zu Kurzflügen (unter 60 Minuten) starten.

Die Bürgermeisterin glaubt, dass mancher im Verein „eine falsche Erwartungshaltung“ habe.

(Mehr in der MOZ)

Quelle: Onlinefassung der MOZ

Uwe Spranger 10.08.2010 17:59 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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