Fuchs will Flugschulen vergrätzen

Von Jens Sell

Der CDU-Stadtverordnete And­reas Fuchs will dem Fluglärm durch Einweisungs- und Schulungsflüge auf neue Weise beikommen. Wege dazu sieht er in einer Neufassung der Flugplatz­entgeltordnung, die für Flugzeuge bis 1200 Kilogramm Gewicht höhere Gebühren vorsähe. In einer einheitlichen untersten Entgeltklasse sollen demnach Starts und Landungen von Ultraleichtflugzeugen und Motorseglern sowie Schulungs- und Einweisungsflüge zusammengefasst werden. Das Entgelt soll dort von drei auf zehn Euro angehoben werden.

Strausberg sei mit seiner dicht bis an den Platz reichenden Wohnbebauung und einer lang gezogenen Einflugschneise über sein Siedlungsband von Vorstadt an nicht für den Freizeit- und Schulungsflugbetrieb geeignet: „Nur wenige Flugminuten von Strausberg entfernt befinden sich zum Beispiel die Flugplätze Neuhardenberg, Eggersdorf bei Müncheberg, Finow und Fürstenwalde, vier von rund 30 Flugplätzen rund um Berlin, die dem Freizeit- und Schulungsbetrieb zur Verfügung stehen“, so Fuchs. Der vom Flugplatz Strausberg gewünschte Geschäftsflieger komme im Regelfall mit größeren und leiseren Maschinen an Wochentagen und sei von der Neuordnung kaum betroffen.

Andreas Gagel lehnte eine direkte Entgegnung auf die Vorschläge von Andreas Fuchs in der Märkischen Oderzeitung ab. Er verwies hingegen auf die Aufsichtsratssitzung und die Gesellschafterversammlung der Flugplatz GmbH in dieser Woche, in denen die Hälfte aller Stadtverordneten mitwirke. Auch mit der Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg gebe es dieser Tage Gespräche, so der Geschäftsführer.

Der CDU-Stadtverordnete zweifelt auch an der Rentabilität des Platzes. Neun Millionen Euro seien allein an Fördermitteln in den Flugplatz geflossen, behauptet Fuchs. Diese Zahl weist Andreas Gagel zurück: „Es flossen nur 2,8 Millionen Euro Fördermittel.“

Laut Andreas Fuchs könne sich ein Regionalflugplatz der Größe von Strausberg nicht selbst tragen und werde dauerhaft nur Defizite einbringen. In den vergangenen drei Jahren hätten die Strausberger Stadtwerke drei Millionen Euro Gewinn an die Flugplatz GmbH abgeführt, informiert Fuchs und fragt: „Was hätte davon für die Kinder- und Jugendarbeit, den Breiten- und Seniorensport geleistet werden können?“ Andreas Gagel stellt klar: Von der Gewinnausschüttung wurden 700 000 Euro Gewerbesteuern an die Stadt bezahlt. Außerdem wurde der Kommune der Kauf des Grundstücks für 1,6 Millionen Euro abgenommen, der Bauhof für den Kommunalservice für 600 000 Euro errichtet und der vorherige Zuschuss von 800 000 Euro abgelöst.

Auf diese Weise profitiert die Stadt dennoch vom Gewinn der Stadtwerke.

Donnerstag, 21. September 2006

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