Jahresgespräch gegen Fluglärm

Am 15.10.2013 fand das durch den Bürgerverein gegen Fluglärm initiierte Jahresgespräch mit der Bürgermeisterin und Vertretern des Flugplatzes statt. Wesentlicher Inhalt war die im Zusammenhang mit der signifikanten Erhöhung der Flugbewegungen einher gehende und nahezu ununterbrochene Verlärmung des Umfeldes des Flugplatzes Strausberg ( Vergleich Flugbewegungen 2012_2013).
Konstruktive Vorschläge des Bürgervereins zur Verminderung der Fluglärmbelastung für die besonders betroffenen Bürger wurden durch die Betreiberin des Flugplatzes weitestgehend nicht akzeptiert. Stattdessen wurde in dem teilweise kontrovers geführten Gespräch deutlich, dass sowohl der Flugplatz als auch die Bürgermeisterin eine weitere Erhöhung der Flugbewegungen anstreben und die dabei zwangsläufig eintretende zusätzliche Lärmbelastung für die Bürger billigend in Kauf nehmen. Als Begründung dafür wurde u.a. ausgeführt, dass man einen Auftrag der Stadtverordneten zur Entwicklung des Flugplatzes hat.

Wir bezweifeln, dass es Wille der Stadtverordneten ist, diesen Auftrag ohne jede Rücksichtnahme auf die Einwohner der Stadt umzusetzen und ganze Stadtgebiete durch die Fliegerei verlärmen zu lassen. Während die Bürgermeisterin beim kommerziellen Flugverkehr vom BER (Schönefeld) Rücksichtnahme auf Strausberger Bürger bei der Festlegung der Flugrouten verlangt, spricht sie sich beim Betrieb des kommunalen Flugplatzes aus wirtschaftlichen Gründen gegen Einschränkungen aus. Offensichtlich deshalb wurde eine Vielzahl von Vorschlägen des Bürgervereins zur Reduzierung der Fluglärmbelastung schlicht abgelehnt.

Auch wenn Herr Gagel wieder einmal eine Änderung der Landeentgeltordnung in Aussicht stellte, so bleibt erst einmal abzuwarten, wann diese kommt und ob sie nicht wieder nur hauptsächlich für ohnehin selten am Platz verkehrende Maschinen eine deftige Anhebung der Landeentgelte bedeutet. Mit der Einführung einer zeitlichen Staffelung der Entgelte und der Streichung von Vergünstigungen für Flugschulen könnte er zeigen, dass für ihn Rücksichtnahme auf die Belange der Einwohner der Stadt nicht nur eine leere Worthülse ist und leicht eine Reduzierung des Fluglärms in sensiblen Zeiten erreichen.
An anderen Flugplätzen werden inzwischen zeitlich eingeschränkte Flugverbote für besonders laute Maschinen (z.B Hubschrauber und Gyrokopter) festgelegt. In Strausberg hofft man auch weiterhin darauf, dass Piloten freiwillig auf lautstarke Platzrunden an den Wochenenden verzichten. Diese Praxis hat dazu geführt, dass die Bürger des Umlandes einen ungebremsten Lärmanstieg durch Erlebnis- und Freizeitfliegerei hinnehmen müssen.

Die Vertreter des Bürgervereins hatten während des Gesprächs den Eindruck, dass man Kritik an der seit Jahren vom Strausberger Flugplatz zunehmenden Fluglärmbelastung und dem finanziellen Ausgleich des hochgradig defizitären Flugbetriebes über einen kommunalen Firmenverbund möglichst unterbinden oder zumindest nicht öffentlich machen möchte. Auch wurde die Anzeige des Bürgervereins gegen den Flugplatz (wegen Nichtwahrnehmung von Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit dem jahrelang in Strausberg verkehrenden und in der Nähe von Bornholm abgestürzten Lear-Jet) von Herrn Gagel heftig kritisiert.  Trotz Androhung von ggf. weiterer Einschränkung der Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein, haben wir keine Veranlassung diese Anzeige zurück zu nehmen.

Mit der Gründung des Bürgervereins haben wir uns das Ziel gestellt, die weitere Entwicklung des Strausberger Flugplatzes kritisch zu begleiten. Dieser Aufgabe fühlen wir uns umso mehr verpflichtet, wenn die politisch Verantwortlichen und die Flugplatzbetreiberin nicht bereit sind, schutzwürdige Interessen der Bürger angemessen zu respektieren und die vorhandene unnötige Belastungen der Bürger durch Fluglärm mit geeigneten Maßnahmen nachhaltig zu reduzieren.

Strausberg der 26.10.2013

Der Vorstand

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