Es gibt keine Ruhe am Strausberger Himmel

Nach dem erfolgreichen Volksbegehren zur Abwendung oder zumindest strikten Einschrän-kung des geplanten Nachtflugbetriebes auf dem Flughafen Berlin – Schönefeld (BER) und der erneuten Verschiebung des Termins zu seiner Eröffnung machte sich offensichtlich ein Gefühl der Erleichterung bei vielen Bürgern breit.

Doch sehr zu Unrecht! Dieses Gefühl ist trügerisch! Es dient letztlich nur denen, die sich trotz Beteuerungen ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen leiten lassen. Sie negieren die Belange von Bürgern!

Anfänglich war im Zusammenhang mit den Flugrouten des BER von Strausberg überhaupt keine Rede. Jetzt aber ist es so, dass die Einlenkkurve unbedingt über Strausberg gehen müsse. Es scheint gar keine Alternative dazu zu geben. Schlimm ist, dass sich die Verantwortung tragenden Politiker der Stadt nicht wirklich dagegen wehren. Man hat es offensichtlich trotz eines Beschlusses der Stadtverordneten aufgegeben, gegen die geplanten Flugrouten vorzugehen. Es ist schon richtig, dass lokale Interessen nicht im Vordergrund stehen können, aber richtig ist es genauso, dass der getroffen wird, der sich nicht in notwendiger Weise wehrt. Das lehren doch die im Laufe der Jahre mehrfach veränderten Flugrouten. Wenn kein Druck aufgebaut wird, brauchen die Planer der Flugrouten auch keinen Widerstand zu befürchten, können sie in aller Ruhe ihre „optimale Variante“ durchsetzen.

Worum geht es u. E. bei dem BER Schönefeld?
1. klare Aussagen über die Umsetzung des Willens der Bevölkerung, wie er in dem Bürgerbegehren bekundet worden ist, nämlich Verbot von Nachtflügen zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr.
2. Verlegung des Einlenkpunktes außerhalb des Stadtgebietes von Strausberg.

Wenn das erfolgreiche Bürgerbegehren gegen die geplanten Nachtflüge einschläfernd gewirkt hat, muss man wohl für Strausberg feststellen, dass es hier ein richtiges Erwachen nie gegeben hat! Ganz anders zum Beispiel in Stahnsdorf und Rangsdorf.

Haben die Strausberger Bürgerinnen und Bürger keine Veranlassung sich gegen unnötigen Fluglärm zu wehren?
Doch wohl in doppeltem Sinne. Denn:

1. – wird die Stadt bereits jetzt vermehrt von Fliegern in geringer Höhe überflogen, die nach Tegel fliegen, von dort starten und solchen, die jetzt schon in Schönefeld (alt) landen.
2. – dröhnen über Strausberg die „hauseigenen“ Flieger. Anlässlich des Sommerbesuches des damaligen SPD–Fraktionsvorsitzenden im Potsdamer Landtag, Holzschuher, präsentierte man ihm stolz 40.000 Flugbewegungen, die jetzt schon erreicht sind, aber erst 2020 (!) hätten erreicht werden sollen. Dass damit eine zunehmende Lärmbelastung zwangsläufig einhergegangen ist, spielte bei dieser „Erfolgsbilanz“ keine Rolle.

Im Fokus der Bürgermeisterin und des Flugplatzes Strausberg stehen nicht die Fluglärm-belastungen für die Bürger sondern die weitere Entwicklung des Flugplatzes und die Erhöhung der Flugbewegungen. Die damit einhergehende Erhöhung des Fluglärms wird dabei billigend in Kauf genommen. Dies wurde im Gespräch des Bürgervereins mit der Bürgermeisterin und Vertretern des Flugplatzes am 15.10.2013 sehr deutlich.

Der Bürgerverein setzt sich seit über fünf Jahren für eine nachhaltige Reduzierung des vom Strausberger Flugplatz ausgehenden Fluglärms ein. Dies könnte u.a. durch zeitabhängige Erhöhungen der Landeentgelte und durch eine signifikante Einschränkung der Platzrunden in sensiblen Zeiten, besonders an Wochenenden nach 13:00 Uhr, zumindest ansatzweise realisiert werden.

Vom Bürgerverein wird darüber hinaus vorgeschlagen, den Status des Flugplatzes Strausberg von derzeit „Verkehrslandeplatz“ in „Sonderlandeplatz“ abzuändern. Damit entfällt die allgemeine Betriebspflicht des Flugplatzes und die Betreiberin könnte aktiv den Flugbetrieb so organisieren, dass die Lärmbelästigungen für die Bürger wirksam und nachhaltig abgesenkt werden.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir sagen erneut:

Verschließen Sie sich nicht den öffentlichen Interessen. Meistens sind es auch Ihre eigenen!
Helfen Sie dem Bürgerverein gegen Fluglärm im Sinne der Bürger unserer Stadt wirksam zu handeln. Das könnte am Nachhaltigsten geschehen, in dem Sie selbst Mitglied des Vereins werden!
Nehmen Sie Ihr demokratisches Recht wahr, Ihre Interessen kundzutun. Oftmals ist der Druck der Straße ein wirksames Mittel, um Interessen des Gemeinwohls durchzusetzen!

Der Vorstand

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