Auftrag erfüllt?

Mit Beschluss Nr. 54/665/2014 der Stadtverordnetenversammlung wurde die Bürgermeisterin Frau Stadeler beauftragt, geeignete Maßnahmen zu prüfen und vorzuschlagen, die an Sonn- und Feiertagen Trainingsflüge mit einer Dauer von weniger als 30 Minuten verhindern.

Zwar bleibt der auf Vorschlag der Linken beschlossene Auftrag weit hinter den von uns geforderten Einschränkungen zurück, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Damit wurde der Bürgermeisterin auch die Möglichkeit gegeben, durch zielgerichtete Maßnahmen der Fluglärmreduzierung ein klares Bekenntnis für Strausberg als Wohn- und Erholungsort abzugeben.

Frau Stadeler erklärte auf der letzten Stadtverordnetenversammlung dazu folgendes:

„In Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer der Strausberger Flugplatz GmbH schlage ich vor, dass es in der Zeit von April bis September, an Sonn- und Feiertagen, ab 13:00 Uhr keinen Rabatt mehr für Schulungsflüge geben soll.“

Kein Wort zu der im Auftrag verlangten 30 Minuten-Regelung mit dem Ziel der Fluglärmreduzierung in sensiblen Zeiten. Im Gegenteil, die Bürgermeisterin reduziert den Wirkungszeitraum des Rabattentzugs auf die Sommermonate und noch ein zweites Mal, auf die Zeit nach 13:00 Uhr. Damit erreicht ihr Vorschlag in der Summe nur noch rund 25% des im Auftrag formulierten Zeitrahmens. Nach unserer Auffassung, ist dies auch im Sinne des SVV-Beschlusses völlig unakzeptabel.

Die anwesenden Stadtverordneten stellten zu diesem Vorschlag keine Nachfragen, wir jedoch schon!

Für uns ist ihr Vorschlag ein untauglicher Versuch den Abgeordneten vorzugaukeln, dass damit tatsächlich Fluglärm reduziert werden kann. Dieser Vorschlag dokumentiert ein weiteres Mal, dass weder die Bürgermeisterin noch der Geschäftsführer der Flugplatz GmbH bereit sind, den Fluglärm, der vom Strausberger Flugplatz ausgeht, tatsächlich zu reduzieren. Dieses Desinteresse zeigt sich im Übrigen seit Jahren in den durchgeführten Gesprächen des Bürgervereins mit der Bürgermeisterin und Vertretern des Flugplatzes.
Im Prinzip enthielt ihr Vorschlag nur die Modifizierung einer ohnehin höchst umstrittenen Rabattregelung für die private Ausbildung von Freizeitpiloten!

Wir sind der Auffassung, dass der Flugplatz zunächst kostendeckende Landeentgelte erheben sollte, um sich nicht dauerhaft von Geldern aus dem kommunalen Firmenverbund bedienen zu müssen, ehe er Preisnachlässe an seine Nutzer weitergeben kann.

Dass für das Fliegen an unserem kommunal betriebenen Flugplatz nicht viel mehr als für eine Fahrt mit der Strausberger Straßenbahn zu bezahlen ist, ist für Außenstehende erstaunlich, aber nicht neu. Deshalb haben wir schon vor Jahren vorgeschlagen, durch eine Verdopplung der Landeentgelte in den besonders sensiblen Zeiten von Mo. bis Fr. zwischen 13: 00 und 15:00 Uhr, sowie Sa., So. und Feiertags ab 13:00 Uhr eine Verschiebung der Flugzeiten außerhalb dieser Zeiten zu erreichen. Die Umsetzung dieser Forderung haben die Bürgermeisterin und der Geschäftsführer der Flugplatz GmbH seit Jahren zum Nachteil der Bürger erfolgreich verhindert.

Wie nun die Mehrkosten von knapp über einem Euro, die durch die zeitweise Streichung von Rabatten entstehen würden, zu der gewünschten 30-Minuten-Regelung und zu weniger Fluglärm in sensiblen Zeiten führen soll, bleibt indes das Geheimnis der Bürgermeisterin.

Für angehende Piloten, die mehrere tausend Euro für ihre Ausbildung investieren, haben die Landeentgelte am Strausberger Flugplatz wie bisher eher symbolischen Charakter.

Es bleibt zu hoffen, dass die neu gewählten Stadtverordneten mehr Interesse für die diesbezüglichen Bedürfnisse ihrer Bürger haben und den ungeeigneten Vorschlag der Bürgermeisterin sehr genau analysieren und mehrheitlich ablehnen.

Da der Flugplatz auch zukünftig keine finanziellen Förderungen durch den Kreis, das Land oder den Bund zu erwarten hat, sollten die neuen Abgeordneten auch über eine Umwidmung des Flugplatzes in einen Sonderlandeplatz nachdenken. Durch diese Umwidmung kann die Stadt wieder aktiven Einfluss auf den Flugbetrieb nehmen und den Fluglärm nachhaltig reduzieren.

Der Vorstand

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