14 Flughäfen und Flugplätze haben sich am 04. 09. 2014 in Berlin/Adlershof zum VerbandflyBB e.V. zusammengeschlossen

Über Mehdorns Vorhaben werden sich die kleineren Flugplätze aber freuen! Sein Plan, keinen von diesen aufzugeben, ist Balsam für deren Seelen. Vor allem aber ist die Gründung dieses Verbandes ein klares Eingeständnis in die völlig verfehlte Planung des BER. Dies sowohl hinsichtlich der nur von politischen Interessen geleiteten Festlegung zu seiner räumlichen Lage als auch seiner Dimensionierung. Ist der Verband die Bankrotterklärung für den BER?

Bisher führte das Überangebot von Flugplätzen rund um Berlin zu einem harten Verdrängungswettkampf und zu wahren Dumpingentgelten für ihre Nutzer.
Der Fortbestand des Strausberger Flugplatzes konnte bisher nur über die Zusicherung von 250T€ jährliche finanzielle Hilfe, über einen kommunalen Firmenverbund sichergestellt werden. Strausberg gleicht auf diese Art zwar das jährliche Verlustgeschäft aus, konnte aber nicht einmal ansatzweise einen äquivalenten Nutzen aus diesem Geschäft ziehen. Die erhofften großen Gewerbeansiedlungen blieben aus. Beinahe ausschließlich Freizeitflieger und ihre Flugschulen nutzen hier die teurer zu unterhaltenden Anlagen.

Was bringt Mehdorns Plan dem Flugplatz Strausberg und den anderen 13 Landeplätzen? Diese werden weiterhin räumlich so dicht nebeneinander liegen, dass ein Weiterbetrieb dieser Plätze betriebswirtschaftlichen Unsinn darstellt, der sich niemals rechnen kann. Das kapitalistische System lässt eigentlich unrentable Geschäfte am Markt untergehen und gewinnbringende gedeihen. Nur ist das hier nicht der Fall, da Mittel aus öffentlicher Hand für starke Marktverzerrungen und damit für ein Überleben der Unnötigen sorgen.

Soll die Stadt Strausberg als öffentliche Hand, jetzt nach dem BER Debakel, noch weiter die jährlichen Verluste ausgleichen, oder sogar in ihren Flugplatz investieren, weil der BER von Anfang an zu klein geraten ist?
Wir denken nicht! Denn was dem BER in Wahrheit fehlt, sind Abfertigungsschalter für Fluggäste von großen Passagiermaschinen und vorrausichtlich zeitnah eine weitere Landebahn. Und um diese Dimensionen kann es am Strausberger Flugplatz auch bei seiner möglichen Landebahnverlängerung um 450m nicht gehen.

Herr Mehdorn versucht wohl eher den unrentablen Teil des Geschäftsflugverkehrs mehr als bisher, in das Berliner Umland abzuschieben, um die Bilanz des BER zu verbessern. Dieser Verkehr kann jedoch schon heute und auch langfristig von den zahlreichen privat geführten Landeplätzen im Berliner Umland aufgenommen werden. Zusätzliche Investitionen in den Flugplatz Strausberg führen lediglich zu einer Konfliktverschärfung und zu höheren Belastungen der Einwohner.

Kein Geschäftsflieger landet freiwillig „in der Provinz“ wenn er eilige Geschäfte in der Berliner City erledigen möchte. Jeder sich bietende freie Slot würde am BER genutzt werden. Die geringe Anzahl der in Strausberg zu erwartenden Geschäftsflieger wird aufgrund der durch weitere Investitionen gestiegener Unterhaltskosten zu keiner tiefgreifenden Änderung der Einnahmesituation am Platz führen. Jedoch würden die Jettriebwerke tieffliegender Maschinen, in der verlängerten Achse der Landebahn, kilometerweit zu einem stark ansteigenden Lärmpegel mit den bekannten Auswirkungen führen.

Pikanterweise gehört auch der Flughafen Berlin Tegel zum Kreis der von Mehdorn auserwählten dauerhaft zu erhaltenden Plätze. Um für eine gesunde Marktbereinigung zu sorgen und den Bürgerfrieden in der Stadt wieder herzustellen sollte Strausberg sich nicht weiter am Flugplatz- und Flugverkehrspoker in Berlin/Brandenburg beteiligen! Nach beinahe
20 Jahren Investitionen und jährlich hohen Verlusten am defizitären Flugplatz Strausberg würde alles andere nur eine weitere Vergeudung öffentlicher Mittel darstellen!

Der Vorstand

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